Denkfehler 14: Was bedeutet eigentlich: „Luftreinheitsklasse ISO1“?

Denkfehler 14: Was bedeutet eigentlich: „Luftreinheitsklasse ISO1“?

Reinraum Denkfehler 14

Es gibt leider keinerlei mathematische Zusammenhänge aus der Partikelkonzentration in der Luft und der Partikelsedimentation auf Oberflächen (z. B. der Produktoberfläche). Dies resultiert aus der Komplexität der Einflussfaktoren. Deshalb neigt man ggf. dazu, das Risiko von Partikelkontaminationen durch Forderungen nach einer noch höheren Reinheit in der Produktumgebung bzw. im Reinraum zu minimieren.


Das Erwachen kommt dann meist nach der Betrachtung der Kosten, welche durch solch eine Denkweise in die Höhe schnellen. Oft wird vergessen, dass die Klassifizierungszahlen (ISO1; ISO2; ... ISO9) sich nicht linear, sondern logarithmisch entwickeln. Ähnliches kann man dann auch von den Kosten sagen, die um so höher sind, je kleiner die geforderte ISO-Klasse sein soll. Doch was bedeutet es denn eigentlich oder wie kann man sich eine Klasse ISO1 verdeutlichen?

Laut der ISO 14644-1 dürfen sich in einem Messvolumen von einem Kubikmeter Luft nicht mehr als 10 Partikel größer oder gleich 0,1 µm befinden. Ein Kubikmeter kann sich jeder und 0,1 µm können sich Techniker ganz gut vorstellen. Doch wie kann man sich diese 10 kleinen Partikel in einem Kubikmeter Luft vorstellen?

Stellen wir uns vor, wir könnten diese 10 kleinen Partikel mit einer Luftpumpe soweit aufblasen, dass jeder dieser Partikel ein Volumen von einem Kubikmeter entspricht und dann pumpen wir das Messvolumen im selben Verhältnis wie die Partikel auf, dann sind das 10 Partikel à 1 Kubikmeter auf das Erdvolumen. Bitte beachten Sie, Volumen, nicht Oberfläche. Damit wird es einem erst so richtig bewusst, in welchen Regionen man sich bewegt und was dies bedeutet, diese Bedingungen in einem technischen Gebilde, wie einem Reinraum oder einem Minienvironment zu realisieren.

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